FMC650 / FMM650 installieren

Einbauanleitung für Partner · 12-/24-V-Fahrzeuge · VDO/Continental DTCO und Stoneridge SE5000

Vorlage zur Abstimmung · Stand: 08.11.2026

Diese Anleitung führt durch den Einbau, die Verkabelung und die Prüfung am Fahrzeug. Die gemeinsame Steckerbelegung gilt für FMC650 und FMM650. Für den Tachographenanschluss wird zwischen dem CAN-Anschluss zur Fernauslesung und der optionalen K-Line für laufende Tachographendaten unterschieden.

1. Vor dem Einbau

Auftrag und Fahrzeug prüfen

Vor Arbeitsbeginn festhalten:

  • Gerätetyp und IMEI beziehungsweise Seriennummer.
  • Fahrzeug, Kennzeichen und Einbauort.
  • Tachographenhersteller, Modell, Teilenummer und genaue Version; bei Bedarf anhand des technischen Ausdrucks.
  • Beauftragter Umfang: Grundanschluss, Tachographen-Fernauslesung und gegebenenfalls zusätzliche K-Line.
  • Vorhandene OEM-Telematik, FMS-Anbindung und DSRC-Verbindungen.

Die Freigabe muss zur konkreten Kombination aus Fahrzeug, Tachograph und Gerät passen. Die Bezeichnung „DTCO“ oder „SE5000“ allein genügt dafür nicht. Eine vorhandene OEM- oder FMS-Anbindung zuerst prüfen; eine zusätzliche direkte Tachographenverbindung ist nicht in jedem Fahrzeug erforderlich oder zulässig.

Material und Werkzeug bereitlegen

  • Zum Modell gehörendes Gerät mit 2×10-Kabelbaum sowie GNSS- und Mobilfunkantenne.
  • Passende Fahrzeug- und Tachographenstecker beziehungsweise freigegebener Anschlusskabelsatz.
  • Externe 3-A-Sicherung mit Halter; Ausführung für das Gleichspannungsbordnetz geeignet.
  • Multimeter, geeignetes Crimp- und Entriegelungswerkzeug, isolierte Verbindungsmittel, Leitungsschutz und Befestigungsmaterial.
  • Zum Fahrzeug passender Anschlussplan, insbesondere bei belegter Tachographen-CAN-Schnittstelle.

Arbeiten an Fahrzeugelektrik und Tachographen gehören in qualifizierte Hände. Verplombte Bereiche und fahrzeugseitige Sicherheitsfunktionen dürfen durch den Einbau nicht verändert werden. Falls ein verplombter Bereich betroffen ist, übernimmt diesen Arbeitsschritt die dafür autorisierte Tachographenwerkstatt.

Vor dem Verdrahten den betroffenen Stromkreis nach Fahrzeugvorgabe spannungsfrei schalten und den Kabelbaum vom Tracker abziehen. Die Fahrzeugbatterie nicht ohne das dafür vorgesehene Herstellerverfahren trennen. Eine Widerstandsmessung darf erst erfolgen, wenn die betreffende Messstrecke einschließlich ihrer angeschlossenen Teilnehmer spannungsfrei ist.

Falls eine SIM eingesetzt oder gewechselt werden muss: externe Versorgung und internen Geräteakku vorher trennen. Das erforderliche SIM-Format direkt am vorhandenen Hardwarestand prüfen.

2. Anschlussplan und Pins zuordnen

Die Pläne zeigen auch optionale Sensoren, Relais und weitere Schnittstellen. Nur die im Auftrag vorgesehenen Anschlüsse herstellen. Ein im Bild gezeigtes Starterrelais gehört nicht zum hier beschriebenen Grundeinbau.

Anschlussplan FMC650

FMC650 – vollständiges Anschlussschema

Anschlussplan FMC650 in voller Größe öffnen

Anschlussplan FMM650

FMM650 – vollständiges Anschlussschema

Anschlussplan FMM650 in voller Größe öffnen

Für diesen Einbau benötigte Pins

Pin am Tracker Bezeichnung Anschluss / Verwendung
1 GND Fahrzeugmasse / Minus
11 VCC Dauerplus, 8–32 V DC, über externe 3-A-Sicherung
15 DIN1 Geprüftes Zündungssignal
16 CAN2H Tachograph CAN-H, bei direktem Rückseitenanschluss C5
6 CAN2L Tachograph CAN-L, bei direktem Rückseitenanschluss C7
20 K-LINE Optional: laufende Tachographendaten über D8
12 CAN1H Fahrzeug-FMS CAN-H, nur bei beauftragter FMS-Anbindung
2 CAN1L Fahrzeug-FMS CAN-L, nur bei beauftragter FMS-Anbindung

Gemeinsame 2×10-Steckerbelegung für FMC650 und FMM650

Nach Pin-Nummern arbeiten. Die Blickrichtung der Zeichnung und die Markierungen am vorhandenen Stecker beachten. Aus der Kabelseite keine ungeprüfte Belegung ableiten; Aderfarben allein ersetzen die Pinprüfung nicht. Unbenutzte Leitungen einzeln isolieren.

3. Versorgung und Zündung anschließen

  1. Abgriffe ermitteln: Einen geeigneten Dauerplus-Abgriff und einen vorgesehenen Fahrzeugmassepunkt auswählen. Das Zündungssignal separat identifizieren. Die dafür notwendigen Spannungsmessungen vor dem spannungsfreien Verdrahten durchführen.
  2. Dauerplus anschließen: Pin 11 über eine externe 3-A-Sicherung mit Dauerplus verbinden. Den Sicherungshalter möglichst nahe am Abgriff setzen, damit auch die Zuleitung geschützt ist. Dauerplus muss auch nach dem Einschlafen der Fahrzeugelektronik vorhanden bleiben.
  3. Masse anschließen: Pin 1 mit einem dafür vorgesehenen, zuverlässigen Fahrzeugmassepunkt beziehungsweise Batterieminus verbinden. Keine beliebige Schraube oder lackierte Karosseriestelle als Masseanschluss verwenden.
  4. Zündung anschließen: Pin 15 / DIN1 mit einem echten Zündungssignal verbinden. Ein reines ACC-Signal, das beim Motorstart oder während des Betriebs abfällt, ist ungeeignet.
  5. Verbindungen sichern: Geeignete Crimpkontakte beziehungsweise freigegebene Verbindungsmittel verwenden, Verbindungen isolieren und zugentlasten. Leitungen gegen Scheuern schützen. Den Gerätestecker bis zum Abschluss der übrigen Anschlussarbeiten abgezogen lassen.

Nicht an Airbag-, ABS-, Lenkungs- oder andere sicherheitsrelevante Leitungen anschließen. Ein geeigneter freigegebener Abgriff ist vor dem Einbau festzulegen.

4. Gerät und Antennen montieren

  1. Einen trockenen, geschützten Einbauort im Fahrzeuginnenraum wählen. Abstand zu Wärmequellen, Pedalen, beweglichen Bauteilen und Airbag-Entfaltungsbereichen halten.
  2. Gerät vibrationssicher befestigen. Der Kabelbaum darf weder am Stecker ziehen noch den Fahrer oder Wartungsarbeiten behindern.
  3. GNSS- und Mobilfunkantenne an den jeweils gekennzeichneten Geräteanschluss anschließen. Steckverbinder vorsichtig von Hand befestigen; Antennenleitungen nicht scharf knicken oder unter Verkleidungen quetschen.
  4. Die GNSS-Antenne möglichst waagerecht, mit höchstens etwa 30° Neigung, Aufkleberseite nach unten und ohne Metall unmittelbar darüber montieren. Ein geeigneter Bereich liegt häufig fensternah hinter einer Kunststoffabdeckung des Armaturenbretts. Metallische beziehungsweise metallbedampfte Flächen können den Empfang beeinträchtigen.
  5. Die Mobilfunkantenne geschützt befestigen. CAN-Leitungen nicht unmittelbar an der Mobilfunkantenne entlangführen. Alle Leitungen befestigen und ausreichend Zugentlastung an den Steckern vorsehen.

5. Tachograph anschließen

5.1 Anschlussvariante festlegen

Für die hier beschriebene direkte Rückseitenanbindung wird CAN2 des Trackers verwendet. CAN1 kann separat für Fahrzeug-FMS vorgesehen sein. Die CAN-Bezeichnungen des Trackers und des Tachographen nicht gleichsetzen: Maßgeblich sind die konkreten Steckplätze und Pin-Nummern.

Ist die Fernauslesung bereits über eine dafür freigegebene OEM-/FMS-Schnittstelle vorgesehen, gilt deren fahrzeugspezifischer Anschlussplan. Den direkten Rückseitenanschluss dann nicht zusätzlich nach diesem Schema herstellen. Vorhandene OEM-Telematik und DSRC-Verbindungen nicht abstecken oder überbrücken.

5.2 Stecker an der Rückseite identifizieren

Die folgende Abbildung zeigt die Rückseite des Tachographen mit den Steckplätzen A, B, C und D. Die Darstellung ist kein Blick auf die Kabeleintrittsseite des Gegensteckers.

Tachograph-Rückseite: Steckplatz C für CAN und D8 für K-Line

Vom FMC650 / FMM650 Zum Tachographen Zweck
Pin 16 – CAN2H C5 CAN-H für Fernauslesung
Pin 6 – CAN2L C7 CAN-L für Fernauslesung
Pin 20 – K-LINE D8, wenn beauftragt und freigegeben Laufende Tachographendaten

CAN-H und CAN-L gemeinsam als verdrilltes Paar verlegen. Vorhandene Verdrillung erhalten und zusätzliche Leitungswege möglichst kurz halten. CAN2H und CAN2L nicht vertauschen. Keine Verbindung zur Front-Downloadbuchse herstellen, wenn der Auftrag den hier gezeigten Rückseitenanschluss vorsieht.

5.3 CAN-Abschluss prüfen – keine pauschale Brücke setzen

C8 ist CAN-RES, kein zusätzlicher Datenanschluss. C7 und C8 werden nicht grundsätzlich gebrückt. Die richtige Terminierung hängt davon ab, ob eine eigenständige Telematikstrecke oder bereits ein belegter Fahrzeug-/DSRC-Bus vorliegt.

Einbausituation Vorgehen
Eigenständige direkte Strecke, ohne weitere Teilnehmer auf der verwendeten Schnittstelle Den freigegebenen Aufbau prüfen. Am nach Herstellerverfahren getrennten, spannungsfreien Tachographen liegen zwischen C5 und C7 bei vorhandenem internem Abschluss ungefähr 120 Ω an. Bei hochohmigem Anschluss kann eine C7–C8-Brücke erforderlich sein, sofern sie für genau diesen Aufbau freigegeben ist. Nach einer solchen Brücke C5 gegen C7 am weiterhin getrennten, spannungsfreien Tachographen erneut messen und den Abschluss von ungefähr 120 Ω bestätigen. Erst danach den Tracker-CAN anschließen. Mit zwei aktiven 120-Ω-Abschlüssen ergeben sich auf der vollständigen Strecke ungefähr 60 Ω.
Vorhandener CAN-, FMS- oder DSRC-Verbund Den fahrzeugspezifischen Plan verwenden. Keine zusätzliche Brücke, keinen weiteren Abschlusswiderstand und keine Trennung vorhandener Teilnehmer allein aufgrund dieser Anleitung vornehmen.
Elektronisch geschalteter Abschluss Messzustand und Zündungszustand berücksichtigen. Bei ausgeschalteter Zündung kann ein elektronischer Abschluss fehlen; deshalb sind 60 Ω kein universeller Abnahmewert. Widerstand weiterhin ausschließlich an einer spannungsfreien Messstrecke nach dem vorgesehenen Herstellerverfahren messen.
Aufbau oder Messwert unklar Nicht versuchsweise umklemmen. Anschlussvariante, vorhandene Teilnehmer und Messbedingungen klären, bevor die Verbindung fertiggestellt wird.

Die vorgesehene Tracker-Terminierung muss zum freigegebenen Aufbau passen. Eine nötige Anpassung wird bei der vorbereitenden Inbetriebnahme geklärt; sie wird nicht durch eine improvisierte Widerstandsbrücke ersetzt.

5.4 VDO / Continental DTCO

  1. Genaue DTCO-Version und Teilenummer mit dem freigegebenen Einbauauftrag abgleichen.
  2. Prüfen, ob die vorgesehene Schnittstelle bereits durch OEM-Telematik oder DSRC genutzt wird. Ein vorhandenes Sicherheitsgateway wird nicht umgangen.
  3. Bei freigegebener direkter Rückseitenanbindung Pin 16 → C5 und Pin 6 → C7 anschließen. Den Abschluss entsprechend dem tatsächlichen Busaufbau prüfen.
  4. Falls laufende Daten über D8 beauftragt sind, zusätzlich Pin 20 → D8 anschließen. Eine gegebenenfalls erforderliche tachographseitige Freigabe gehört zur Inbetriebnahme.

5.5 Stoneridge SE5000

  1. Genaue SE5000-Revision und Teilenummer abgleichen. Eine Freigabe nicht allein aus der Modellfamilie ableiten.
  2. Bei freigegebener direkter Rückseitenanbindung Pin 16 → C5 und Pin 6 → C7 anschließen; die unten genannten Fahrzeugbesonderheiten vorher prüfen.
  3. Falls beauftragt und freigegeben, Pin 20 → D8 für laufende Daten ergänzen.

SE5000 Smart 2: besondere Fahrzeugfälle

  • DAF LF und MAN TG3: Das DSRC-Modul kann am selben C-CAN angeschlossen sein. Es bleibt verbunden. Vorhandenen Zustand von C7/C8 unverändert lassen, keine langen zusätzlichen CAN-Leitungen vorsehen und keine zusätzliche Tracker-Terminierung aktivieren. Der vorbereitete Gerätestand muss zu dieser Anschlussvariante passen.
  • Mercedes mit OEM-Stoneridge und entsprechende Retrofit-Aufbauten: C1/C4 können für DSRC genutzt werden. Diese Pins sind kein alternativer Anschluss für die hier beschriebene Fernauslesung. Die freigegebene Telematikanbindung über C5/C7 gesondert prüfen.

5.6 K-Line richtig einordnen

Die Verbindung Pin 20 → D8 liefert zusätzliche laufende Tachographendaten. Sie ersetzt den CAN-Anschluss zur DDD-Fernauslesung nicht.

Fehlen nur die D8-Daten, zuerst die Freigabe des D8-Ausgangs und die konkrete Hardwarekombination prüfen lassen. Bei einzelnen älteren FMC650-/Stoneridge-Smart-2-Kombinationen gibt es einen gesonderten K-Line-Zusatzaufbau. Zusätzliche Widerstände gehören deshalb nur nach bestätigtem, zur Hardware passendem Zusatzplan in den Einbau. Diese Ausnahme nicht pauschal auf FMM650 übertragen.

6. Anschluss prüfen und Fahrzeug übergeben

Nach abgeschlossener Verdrahtung alle Steckverbindungen und die Befestigung prüfen. Anschließend Versorgung nach Fahrzeugvorgabe wiederherstellen und den Tracker anschließen.

Prüfung Abnahmekriterium
Versorgung an Pin 11 gegen Pin 1 Richtige Polarität; Spannung im Bereich 8–32 V DC, auch mit angeschlossenem Gerät. Dauerplus bleibt nach dem Einschlafen des Fahrzeugs erhalten.
Externe Sicherung 3 A, geeignete Ausführung, geschützt befestigt und eindeutig zuordenbar.
Zündung an Pin 15 Zündung aus und ein eindeutig unterscheidbar; bei laufendem Motor bleibt das Signal vorhanden.
Mechanischer Einbau Gerät und Antennen fest; Leitungen isoliert, zugentlastet und gegen Scheuern geschützt.
GNSS und Mobilfunk Empfang unter geeigneten Bedingungen geprüft; GNSS-Prüfung bei Bedarf im Freien durchführen.
Tachograph Hersteller und Version dokumentiert; C5/C7 korrekt zugeordnet; Abschlussvariante und vorhandene Teilnehmer nachvollziehbar.
Fahrzeugfunktionen Keine durch den Einbau neu aufgetretenen Warnungen oder Störungen; vorhandene DSRC-/OEM-Verbindungen vollständig erhalten.
Fernauslesung, wenn beauftragt Erfolgreicher Test durch die zuständige Inbetriebnahme bestätigt und dokumentiert. Eine reine Durchgangs- oder Spannungsprüfung ersetzt diesen Test nicht.
K-Line, wenn beauftragt D8-Daten durch die zuständige Inbetriebnahme bestätigt oder ein offener Freigabepunkt eindeutig vermerkt.

Einbaudokumentation

Für den Auftrag hinterlegen:

  • Fahrzeug/Kennzeichen, Datum, Einbaubetrieb und Techniker.
  • Modell und IMEI/Seriennummer des Trackers.
  • Tachographenhersteller, Modell, Teilenummer und Version.
  • Gewählte Anschlussvariante, verwendete Pins und gegebenenfalls vorhandene FMS-/DSRC-Teilnehmer.
  • Spannungsmesswerte; bei CAN-Widerstandsmessungen zusätzlich Messstelle, Zündungszustand und angeschlossene Teilnehmer.
  • Fotos von Einbauort, Sicherung, Massepunkt und Tachographenanschluss.
  • Ergebnis der Funktionsprüfung und gegebenenfalls klar benannte offene Punkte für die Inbetriebnahme.